Die Sache mit der Vertraulichkeit

Ich arbeite grundsätzlich alleine, um meinen Kunden größtmögliche Diskretion zusichern zu können. So ähnlich steht es auf meiner Internetseite, und dahinter stehe ich voll und ganz.

Natürlich kann es bei einem sehr großen Auftragsvolumen ratsam sein, sich an ein größeres Schreibbüro zu wenden, welches über einen Schreibpool mit Hunderten von Mitarbeitern verfügt, da eine einzelne Person naturgemäß nur eine bestimmte Arbeitsmenge in einer bestimmten Zeit bewältigen kann.

Trotzdem sehe ich vor allem bezüglich Diskretion und Qualität Vorteile, ein kleines Schreibbüro zu beauftragen.

Größere Schreibbüros arbeiten mit einem Pool von Schreibkräften, welche im Vorfeld eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterschreiben müssen. So eine Unterschrift ist auch schnell geleistet, wenn man händeringend Arbeit sucht. Nun besteht ein solcher Pool aus einer bestimmten Anzahl von Schreibkräften, die im In- und Ausland an ihren eigenen Computern sitzen und die Aufträge für extrem wenig Geld abarbeiten – und dabei für den Auftraggeber anonym bleiben. Wie es der Zufall will, könnte diese Schreibkraft aber in der Nachbarschaft des Auftraggebers wohnen oder sonst in irgendeinem Bezug zum Auftraggeber stehen, sodass durch auftragsbedingte Informationen Rückschlüsse auf den Auftraggeber möglich sind. Und genau ein solcher Zufall ist in meinen Augen ein Risiko.

Auch die schnellen Kommunikationswege in unserer globalisierten Welt mit Facebook & Co., wo von durchaus intelligenten Menschen oft völlig gedankenlos intimste Informationen veröffentlicht werden, hat in den letzten Jahren die Hemmschwelle enorm gesenkt, Dinge preiszugeben, die noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wären.

Ähnlich verhält es sich beim Telefonieren in der Öffentlichkeit. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, wo es schon böse Blicke gab, wenn man keinen Höflichkeitsabstand zur geschlossenen Tür der öffentlichen aber besetzten Telefonzelle einhielt. In der heutigen Zeit wird man täglich durch private und geschäftliche Telefongespräche im öffentlichen Bereich regelrecht beschallt, ob man will oder nicht, ohne, dass sich der Telefonierende selbst etwas dabei denkt.

Letztendlich lebe ich mit meinem Onlineschreibservice vom Vertrauen meiner Kunden. Jeder einzelne Auftraggeber hat das gleiche ernstzunehmende Recht auf hundertprozentige Verschwiegenheit. Besonders in der Anfangszeit habe ich mir viele Gedanken gemacht, ob ich nicht doch auf eine zweite oder dritte zusätzliche Schreibkraft zurückgreifen sollte, zumal ich sehr häufig Initiativbewerbungen erhielt und ich auch immer wieder Aufträge nicht annehmen konnte, weil ich bereits total ausgelastet war.

Nach nunmehr sechs Jahren Erfahrung bin ich mir sicher, dass ich mich letztendlich nur auf mich selbst verlassen kann, um zu verhindern, dass nicht doch Informationen nach außen getragen werden. Deshalb mache ich wirklich ALLES alleine, vom Abtippen bis zum Korrekturlesen.

Leider fällt damit das eigentlich sehr gute Vieraugenprinzip flach, was ein Nachteil sein kann, wenn es darum geht, sehr schwierige Passagen in einem zu transkribierenden Gespräch oder einer Rede richtig zu verstehen.

Trotzdem hätte ich ein ungutes Gefühl, noch eine zusätzliche Person mit ins Boot zu holen, selbst wenn ich diese Person seit Jahren persönlich kennen würde. Es ist in der heutigen Zeit einfach zu leicht, sich irgendwie zu „verplappern“, auch wenn es aus Unachtsamkeit geschieht.

Als Einfrauunternehmen stehe ich persönlich mit meinem Namen für die Qualität meiner Arbeit. Und genau das ist für mich die beste Motivation beim Versuch, meine Kunden zufriedenzustellen.

Ihre Maria Haslinger