Vertrauen gegen Vertrauen – geht das?

Als ich im Jahre 2009 mit meinem Onlineschreibservice Tippmamsell begann, hatte ich die ernsthafte und natürlich nicht unberechtigte Befürchtung, ständig meinem Geld hinterherrennen zu müssen. Besonders in Internetforen und auch Büchern zum Thema Existenzgründung wurde immer wieder erwähnt, dass der eine oder andere Freiberufler recht bald frustriert seine Selbstständigkeit aufgegeben hätte, weil häufig die Rechnungen nicht bezahlt worden seien.

Ich hatte damals sogar ernsthaft überlegt, bei Neukunden erst mal nur gegen Vorauskasse zu liefern. Theoretisch wäre dies gerade bei Audiotranskriptionen aufgrund der Abrechnung nach Audiominute durchaus machbar. Ob es zum jetzigen Zeitpunkt am Markt durchzusetzen ist, bezweifle ich allerdings.

Ich hatte also trotz aller Freude über meinen ersten Transkriptionsauftrag ziemlich wacklige Knie bei dem Gedanken daran, nach einer recht mühsamen mehrwöchigen Arbeit mit sehr langen Arbeitstagen vielleicht überhaupt kein Geld zu sehen. Oft musste ich bewusst diese Sorgen verdrängen.

Zu meiner Überraschung und großen Freude ging bei diesem Erstauftrag alles gut. Der Kunde war sogar sehr zufrieden mit meiner Arbeit, und die Bezahlung erfolgte wider Erwarten ausgesprochen schnell.

Trotzdem habe ich fest damit gerechnet, dass ich irgendwann mal – vermutlich eher früher als später – auflaufen würde, dass mir irgendjemand die Zahlung verweigern und vielleicht sogar in der Anonymität der Internetwelt unauffindbar sein würde. Natürlich habe ich mir schon damals genau überlegt, was zu tun ist, um an mein Geld zu kommen. Ich hatte mir regelrecht so eine Art „Geldeintreibungsplan“ zurechtgelegt. Nur so konnte ich meine immer wieder im Hinterkopf aufflackernde Sorge über nicht bezahlte Rechnungen einigermaßen unterdrücken.

Nach nun etwa 6 1/2 Jahren Bestehen von Tippmamsell muss ich allerdings endlich mal loswerden, dass bisher wirklich jeder meiner Kunden bezahlt hat. Ja, keiner meiner Kunden hat mich im Stich gelassen. Auch Zahlungserinnerungen musste ich nur wenige Male versenden.

Ich kann und möchte deshalb jedem, der sich mit dem Gedanken trägt, sich selbstständig zu machen, von ganzem Herzen Mut machen, sich nicht zu viele Sorgen zu machen, sondern auch ruhig mit einer gewissen optimistischen Blauäugigkeit zu beginnen.

Vielleicht hatte ich bisher einfach nur das Glück, ausschließlich von netten, ehrlichen Kunden beauftragt worden zu sein. Anders kann ich mir das jedenfalls im Moment nicht erklären.

Gerne gebe ich mich auch dem Gedanken hin, dass letztendlich das Prinzip „Vertrauen gegen Vertrauen“ unter uns Menschen doch noch funktioniert. Es gibt eben doch nicht nur Gauner da draußen 🙂

Nicht zuletzt bringen mir meine Kunden ebenfalls Vertrauen entgegen. Mit der Auftragsvergabe vertrauen sie mir, dass ich die Arbeit, die sie mir „anvertraut“ haben, so gut wie möglich mache, dass ich absolut verschwiegen bin und nicht zuletzt, dass ich immer pünktlich liefere. Da ist es vielleicht auch nur recht und billig und einfach nur logisch, dass ich meinen Kunden das gleiche Vertrauen entgegenbringe.

Dies die heutigen Gedanken Ihrer Tippmamsell Maria Haslinger

Meinen Seelenfrieden im Geschäftsleben bewahren …

Manchmal denke ich mir, wie viel einfacher es doch wäre, wenn ich eine „richtige Geschäftsfrau“ wäre – also knallhart mit Preisaufschlägen jonglieren, wenn die Tonqualität der Audiodatei nicht ganz so optimal ist oder ein Gesprächspartner etwas nuschelt oder gar ein bisschen Dialekt durchkommt.

Schon häufig wurde mir aus meinem persönlichen Umfeld der Rat gegeben, höhere Preise für schwierigere Transkriptionen zu verlangen. Und es stimmt ja, dass es so viel mehr Arbeit für mich ist, wenn die Gesprächsteilnehmer auf der Audiodatei sehr schnell sprechen, viel durcheinanderreden oder viele Fachausdrücke verwenden.

Auch eine schlechte Aufnahmequalität kann zu großen Problemen führen und sind für meine Ohren nicht gerade angenehm. Natürlich weiß ich, dass es völlig korrekt wäre, in solchen Härtefällen den Preis nochmals nachzuverhandeln, um so den erhöhten Zeitaufwand zumindest ein bisschen abfangen zu können.

Und manchmal wundert es mich, wie ich trotz dieser desaströsen Preispolitik schon seit sechs Jahren überleben konnte. Es kam sogar schon vor, dass Kunden selbst vorgeschlagen haben, ich solle doch ruhig mehr verlangen. Aber bekanntlich kann niemand aus seiner Haut.

Und so ist es, dass ich mich wohler fühle, beim ursprünglich genannten Preis zu bleiben und die Preise nur vom Auftragsvolumen abhängig zu machen. Das ist für mich die einzige wirklich objektive Möglichkeit, Preise zu kalkulieren. Alles andere hat mit meiner eigenen, sehr subjektiven, Wahrnehmung zu tun. Und das möchte ich ungern in den Preis miteinfließen lassen. Vielleicht habe ich durch diese Vorgehensweise auch einfach mehr Seelenfrieden. Ich will nicht handeln und schachern müssen um jeden Cent und bei jedem Auftrag aufs Neue.

Das Leben ist zu kurz, um ständig gegen die eigene Natur zu arbeiten. Ich finde es jedenfalls gut, meinen Kunden schon vor endgültiger Auftragserteilung auf den Cent genau sagen zu können, was die jeweilige Transkription kostet. Und ich fühle mich gut, wenn meine Kunden zufrieden sind. Das gibt mir Zufriedenheit.

Soviel zur Preiskalkulation der viel zu geschäftsuntüchtigen Tippmamsell -:-). Denn „Glück macht nicht zufrieden, aber Zufriedenheit macht glücklich“.

Aus dem Nähkästchen Ihrer Tippmamsell, Maria Haslinger

Immer Spitzenqualität?

Manchmal frage ich mich, ob es da draußen jemanden gibt, der es schafft, immer komplett fehlerfrei zu arbeiten. Falls dies für Sie zutrifft, beglückwünsche ich Sie von ganzem Herzen und würde mich über Ihren Kommentar freuen.

Für mich persönlich kann ich leider nicht behaupten, dass ich perfekt bin!

Hier ein Beispiel aus meiner täglichen Tätigkeit: Beim Transkribieren tippe ich die auf den Audiodateien befindlichen Gespräche, Reden etc. nicht einfach nur ab und schicke danach sofort die Word-Datei dem Kunden, sondern dann geht das Korrigieren erst noch los. Normalerweise brauche ich für die Korrekturarbeiten nochmals genauso viel Zeit wie für das Abtippen selbst.

Die Arbeit mit dem Dudenkorrektor ist ja noch locker zu bewältigen. Das macht man sozusagen einhändig so nebenbei. Aber dann kommt die leidige Sache mit dem Korrekturlesen, mit dem Wort-für-Wort-Abgleich zwischen Tonaufnahme und getipptem Text. Obwohl ich nach bestem Wissen und Gewissen jede Audiotranskription zwei Mal (ich frage mich oft, ob es da draußen noch jemanden gibt, der den gleichen Aufwand betreibt) mit den Gesprächen auf der Tonaufnahme abgleiche – wirklich Wort für Wort, jede Äußerung, jedes Päuschen vergleiche, nochmals und nochmals (ich schreib das extra so, weil es manchmal wirklich schmerzhaft wird) in knifflige Stellen reinhöre, kann es doch passieren, dass ich auch mal etwas falsch verstanden habe und dies im schlechtesten Fall nicht bemerke.

Im Laufe der Jahre habe ich mir natürlich ein System angeeignet. Ich lasse gerne die eigentlich fertige Transkription über Nacht liegen, um nochmals mit frischem Geist sozusagen die schwierigen Stellen anzuhören. Und nicht selten passiert es mir dann, dass ich noch einige Lücken im Text füllen kann und nochmals Fehler entdecke! Ja, nochmals Fehler! Und das, obwohl ich schon zwei Mal alles genau abgeglichen und die schwierigen Stellen unzählige Male angehört habe! Das ist schon ein Schlag für das eigene Ego. 😉

Das waren meine Gedanken zum Tag.

Ihre Tippmamsell Maria Haslinger

Der Anfang vom Transkriptionsservice Tippmamsell

Mein Name ist Maria Haslinger, und mein offizieller Internetauftritt ist www.tippmamsell.de. Die Informationen dort sind zwar richtig und auch wichtig, aber fühlen sich für mich etwas nüchtern an. Aber da hinter den nackten Fakten vor allem auch ein Mensch steht, habe ich mich entschlossen, diesen Blog zu erstellen.

Wie alles begann:

Nach über 20 Jahren als Sekretärin/Sachbearbeiterin/Vertriebsassistentin (verschiedene Bezeichnungen für meist sehr ähnliche Tätigkeiten … -:), habe ich im Herbst 2009 in München den Transkriptions- und Schreibdienst Tippmamsell gegründet, ohne damals so richtig zu wissen, was da wohl auf mich zukommen würde.

Ich hatte ja damals noch die recht naive Vorstellung, dass mir die Kunden diese kleinen Diktierkassetten zusenden würden, welche ich dann brav abtippen und entweder als Word-Datei oder vielleicht sogar in Papierformat an den Kunden senden würde. Nun, es kam anders, wie so oft im Leben.

Es war ein glücklicher Zufall, dass ich kurz nach Veröffentlichung meiner zunächst selbst gebastelten Internetseite bereits meinen allerersten, recht umfangreichen, Transkriptionsauftrag im Rahmen eines Unternehmenscoachings erhielt – damals zum Glück mit genauen aber relativ einfachen Transkriptionsvorgaben. Dafür bin ich meinem ersten Kunden, der gar nichts davon weiß, noch heute dankbar.

Mein extra gekauftes Kassettenabspielgerät blieb übrigens bis heute völlig unbenutzt, da mir meine Kunden einfach ihre Audiodateien online übermitteln. Dies aber nur nebenbei.

Auch wenn ich den enormen Zeitaufwand für eine Audiotranskription vor meinem ersten Auftrag völlig unterschätzt hatte, konnte ich doch die Interview-Transkriptionen mit viel Mühe und durch sehr lange Arbeitstage und phasenweise üble Erschöpfungszustände termingerecht abliefern. Und das Schönste war, dass der Kunde sehr zufrieden mit meiner Arbeit war. Das war für mich ein wirklich toller Einstieg.

Es sind nun sechs Jahre vergangen, und ich transkribiere noch immer mit der gleichen Begeisterung Interviews, Diskussionen, Vorträge und manchmal sogar Workshops zu den unterschiedlichsten oft sehr interessanten Themenbereichen. Unter meinen Kunden sind Großunternehmen, Banken, politische Parteien, Buchautoren, Journalisten, Studenten, Doktoranden und Wissenschaftler. Es überrascht mich immer wieder, in welcher Regelmäßigkeit Bedarf besteht, Sprachaufzeichnungen zu transkribieren.

Mein Onlineschreibservice Tippmamsell hat keine konkreten Öffnungszeiten, sondern ich arbeite je nach Auftragslage durchaus auch mal sieben Tage in der Woche, aber immer bei freier Zeiteinteilung. Schön, dass ich so meine Zeit – immer mit Rücksicht auf die jeweilige Auftragslage – frei gestalten kann.

Da es für mich wichtig ist, möglichst konzentriert arbeiten zu können, bin ich froh, wenn nicht ständig das Telefon klingelt. Die meisten telefonischen Fragen lassen sich sowieso mit einem Blick auf meine Internetseite beantworten. Wenn mich meine Kunden per E-Mail unter info@tippmamsell.de kontaktieren, ist dies für beide Seiten vorteilhaft. Der Kunde bekommt auf jeden Fall kurzfristig eine für mich verbindliche, schriftliche Rückantwort von mir, und es entstehen keine unnötigen Missverständnisse, denn „Ein Wort ist ein Wind und ein Wind ist ein Nichts“.

Ihre Maria Haslinger