Anonyme Anfragen

Es befremdet mich immer wieder, wie oft ich bisher anonyme Anfragen erhalten habe – Mailadressen, wie beispielsweise „bienchen@gmail.com“ oder „kartoeffelchen@yahoo.com“. Üblicherweise enthalten solche Anfragen auch keine Signatur, sondern bestenfalls den Namen des Absenders.

Tatsächlich hat sich im Nachhinein oft genug ein ordnungsgemäßer Auftrag herauskristallisiert mit anschließender prompter Überweisung des Rechnungsbetrages, also eine vertrauenswürdige, freundliche Person dahinter.

Trotzdem wundert mich ein solches Vorgehen doch sehr, zumal die Leute ja nichts von mir zu befürchten haben, falls sie nach einem von mir erstellten Angebot keinen Auftrag an mich vergeben. Ich persönlich fühle mich einfach etwas unwohl, mit einem Menschen zu kommunizieren, der seine Identität nicht preisgeben möchte.

Dies wieder mal ein paar Gedanken von der Tippmamsell Maria Haslinger

Im Dschungel der Transkriptionsregeln

Wenn man sich mit den sehr zahlreich vorhandenen Transkriptionsregeln auseinandersetzt, könnte einem schon angst und bange werden. Ich bin auch immer wieder erstaunt, dass es in unserer Transkriptionswelt so unglaublich viele Experten gibt.

Obwohl ich seit etwa sieben Jahren vom Transkribieren lebe und somit schon viel Erfahrung gesammelt habe, würde ich mich nie als „Expertin“ bezeichnen. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen an die jeweilige Transkription, zu unterschiedlich die Wünsche der Auftraggeber.

Besonders von Studenten habe ich immer wieder Anfragen für eine sehr aufwendige GAT-Transkription (Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem), bei der es weniger um den Inhalt, als um die Art und Weise geht, wie gesprochen wird, also um kleine Pausen, Verzögerungen, Lautstärke, Stimmhöhe, etc.

 

Im Gegensatz dazu wird ein Journalist mehr Augenmerk auf den Inhalt als auf die Form des von ihm geführten Gespräches legen. Schon wegen der besseren Lesbarkeit werde ich also bei einer journalistischen Transkription nicht jede einzelne Verlegenheitsäußerung (mhm, äh, … ) oder jeden kleinsten Versprecher transkribieren. „Mhm“ kann allerdings auch eine zustimmende Bedeutung haben, weshalb ich es dann berücksichtigen würde. Dies nur als Beispiel, um das Thema „Transkription“ für einen Außenstehenden leichter begreifbar zu machen.

Transkription-gezeichnet

Um nun die Frage zu beantworten, welche Transkriptionsregeln angewendet werden sollten, kommt es also immer darauf an, welchen Zweck die Transkription erfüllen muss. Was soll mit der fertigen Transkription gemacht werden? Nicht immer ist eine besonders detaillierte Transkription auch besonders zielführend.

Je genauer die Vorgaben meines Auftraggebers hinsichtlich Transkriptionsregeln sind, desto besser kann ich meinem Kunden helfen, spätere Nacharbeit zu ersparen.

Dies wieder mal aus dem Nähkästchen Ihrer Tippmamsell Maria Haslinger