Manchmal geht’s einfach nicht …

Erst vor ein paar Tagen hatte ich seit langem wieder mal so eine unglückliche Situation.

Ein Stammkunde, mit dem bisher alles bestens lief, schickte mir eine mehrstündige Audiodatei von einem Interview. Natürlich freuen mich solche langen Audiodateien immer sehr, zumal ich ja davon lebe. Von diesem Kunden hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt auch immer nur Dateien in bester Aufnahmequalität erhalten. Auch dann ist es oft trotzdem nicht leicht, Eigennamen und Fachausdrücke gut genug zu verstehen, aber wenn die Aufnahme gut ist, dann sind zumindest die besten Voraussetzungen für eine gute Transkription gegeben.

Nur vor ein paar Tagen eben hat mich dann doch fast das Entsetzen gepackt, als die komplette Aufnahme von der ersten bis zur letzten Minute mit einem deutlich hörbaren Rauschen überlagert war und ich oft gerade die wichtigen Teile des Gesprächs nicht verstand, während die Füllwörter lückenlos zu verstehen waren.

Ich habe mich gleich an meinen Kunden gewendet, da es ja hätte sein können, dass die Datei beschädigt ist. Wie sich dann aber herausstellte, war beim Kunden das bis zu diesem Zeitpunkt verwendete Aufnahmegerät ausgefallen und kurzerhand ein altes Diktiergerät mit Kassette verwendet worden. Danach hatte man diese Aufnahme digitalisiert und an mich geschickt, so nach dem Motto „Ich versteh zwar nur noch Bahnhof, aber die Transkripteuse wird’s trotzdem verstehen, weil die bestimmt die entsprechenden Apparate oder zumindest ein fast übersinnliches Gehör hat.“

Lange Rede, kurzer Sinn – ich konnte den Auftrag nicht annehmen, obwohl ich extra hierfür andere Aufträge nicht angenommen hatte, um Arbeitskapazität frei zu haben.

Fazit: Eine schlechte Aufnahme ergibt eine ebenso schlechte Transkription – Punkt!

Und zaubern kann ich noch nicht mal gegen Geld – leider :-(. Mir hat das alles für meinen Kunden und natürlich auch für mich sehr sehr leid getan. Aber es wäre nicht richtig gewesen, stillschweigend einen Lückentext anzufertigen, mit dem niemand was anfangen kann.

Manchmal geht’s halt einfach nicht, egal wie viel guter Wille von allen Seiten da ist.

Ihre Maria Haslinger

 

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