Schreibservice als Sekretariatsersatz?

Auch wenn ich immer wieder im Internet lese, dass sich manche Schreibdienstleister unter anderem auch als Schreibkraft für Kapazitätsengpässe im Alltagsgeschäft des Kunden anbieten, wundert es mich doch mehr und mehr, wie diese Schreibdienstleister einen solchen Service in der tagtäglichen Arbeit umsetzen können (wenn ich mal von großen Schreibpool absehe).

Als ich noch vor der Gründung von Tippmamsell dabei war, mein eigenes Geschäftskonzept zu erarbeiten, habe ich mir lange über solche Dinge Gedanken gemacht und durchaus damit geliebäugelt, einen solchen Service anzubieten. Immerhin wusste ich ja selbst aus vielen Jahren Büroalltag bei diversen Arbeitgebern, welch starken Schwankungen das Arbeitspensum dort manchmal unterworfen war und dass man manchmal sehr dankbar für eine externe Unterstützung gewesen wäre – so eine gute Fee eben, die immer da ist, wenn mal „Not am Mann“ ist, aber in ruhigen Zeiten eben keinerlei Kosten oder sonstiges Ungemach verursacht.

Nach den ersten zwei, drei Kunden mit zum Glück kleineren Adhoc-Beauftragungen musste ich allerdings feststellen, dass eine solche Vorgehensweise zwar für die Kunden sehr praktisch sein kann, für mich aber keineswegs erstrebenswert ist.

Wer als Einmann- oder Einfrau-Schreibdienstleister keine Glaskugel sein eigen nennt, also nicht hellsehen kann, wird nämlich immer wieder vor dem Problem stehen, an dem einen Tag vergeblich auf einen Auftrag zu warten, während draußen die Sonne scheint und man seine äußerst befristete Lebenszeit gut und gerne auch anders verbringen könnte, als am Computer oder am Telefon auf einen Auftrag mit dem Zusatz „EILT“ zu warten und „bitte sehr, bitte gleich“ auch ganz schnell das fertige „Abgetippsel“ zu liefern.

An anderen Tagen könnte der gleiche Schreibdienstleister aber noch zusätzliche drei Mitarbeiter beschäftigen, um die Fülle an Arbeiten einigermaßen pünktlich erledigen zu können. Besonders gewagt finde ich in diesem Zusammenhang dann auch noch das Versprechen mancher Schreibbüros, jeden Auftrag (offensichtlich unabhängig vom Auftragsvolumen) gegen einen kleinen Aufpreis innerhalb von 60 Minuten abarbeiten zu können. So etwas würde ich auch gerne können … 😉

Größere zusammenhängende Transkriptionsaufträge, von welchen ich letztendlich lebe, könnte ich zusätzlich nicht mehr annehmen, da ich für die völlig unkalkulierbaren Adhoc-Kunden ständig genügend Arbeitskapazität für ihre Eilaufträge bereithalten müsste.

Dies ist für mich der Grund, weshalb ich einen Adhoc-Service NICHT anbieten kann und auch nicht anbieten will. Frust für alle Beteiligten wäre das Endergebnis.

Ihre Tippmamsell Maria Haslinger

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