Meinen Seelenfrieden im Geschäftsleben bewahren …

Manchmal denke ich mir, wie viel einfacher es doch wäre, wenn ich eine „richtige Geschäftsfrau“ wäre – also knallhart mit Preisaufschlägen jonglieren, wenn die Tonqualität der Audiodatei nicht ganz so optimal ist oder ein Gesprächspartner etwas nuschelt oder gar ein bisschen Dialekt durchkommt.

Schon häufig wurde mir aus meinem persönlichen Umfeld der Rat gegeben, höhere Preise für schwierigere Transkriptionen zu verlangen. Und es stimmt ja, dass es so viel mehr Arbeit für mich ist, wenn die Gesprächsteilnehmer auf der Audiodatei sehr schnell sprechen, viel durcheinanderreden oder viele Fachausdrücke verwenden.

Auch eine schlechte Aufnahmequalität kann zu großen Problemen führen und sind für meine Ohren nicht gerade angenehm. Natürlich weiß ich, dass es völlig korrekt wäre, in solchen Härtefällen den Preis nochmals nachzuverhandeln, um so den erhöhten Zeitaufwand zumindest ein bisschen abfangen zu können.

Und manchmal wundert es mich, wie ich trotz dieser desaströsen Preispolitik schon seit sechs Jahren überleben konnte. Es kam sogar schon vor, dass Kunden selbst vorgeschlagen haben, ich solle doch ruhig mehr verlangen. Aber bekanntlich kann niemand aus seiner Haut.

Und so ist es, dass ich mich wohler fühle, beim ursprünglich genannten Preis zu bleiben und die Preise nur vom Auftragsvolumen abhängig zu machen. Das ist für mich die einzige wirklich objektive Möglichkeit, Preise zu kalkulieren. Alles andere hat mit meiner eigenen, sehr subjektiven, Wahrnehmung zu tun. Und das möchte ich ungern in den Preis miteinfließen lassen. Vielleicht habe ich durch diese Vorgehensweise auch einfach mehr Seelenfrieden. Ich will nicht handeln und schachern müssen um jeden Cent und bei jedem Auftrag aufs Neue.

Das Leben ist zu kurz, um ständig gegen die eigene Natur zu arbeiten. Ich finde es jedenfalls gut, meinen Kunden schon vor endgültiger Auftragserteilung auf den Cent genau sagen zu können, was die jeweilige Transkription kostet. Und ich fühle mich gut, wenn meine Kunden zufrieden sind. Das gibt mir Zufriedenheit.

Soviel zur Preiskalkulation der viel zu geschäftsuntüchtigen Tippmamsell -:-). Denn „Glück macht nicht zufrieden, aber Zufriedenheit macht glücklich“.

Aus dem Nähkästchen Ihrer Tippmamsell, Maria Haslinger

Tippen, tippen – schnell, schnell, schnell …

Wenn ich mit jemandem über meinen Schreib- und Transkriptionsservice Tippmamsell ins Gespräch komme, wird mir meist entgegnet, dass ich doch dann wohl sehr schnell tippen können müsse.

Es stimmt zwar, dass ich nicht gerade wie eine Schnecke auf der Tastatur unterwegs bin, aber – und jetzt kommt eigentlich das Wichtigste – beim Übertragen einer Tonaufnahme in die Textform kommt es hauptsächlich darauf an, das Gesprochene zu verstehen. Ich kann also nur so schnell tippen, wie ich verstehe. Sehr häufig verstehe ich allerdings viel langsamer, als ich tippen kann.

tippen, tippen

Stolpersteine bei der richtigen Wahrnehmung von gesprochener Sprache können – abgesehen von Mangel an meinem Gehirnschmalz – eine undeutliche Aussprache, durcheinandersprechende Gesprächsteilnehmer, schlechte Akustik im Raum oder eine generell schlechte Aufnahmequalität bis hin zu einem schwer verständlichen Dialekt sein. Da denke ich gerade an ein paar Aufträge aus der Schweiz mit sehr viel wunderschönem Schwyzerdütsch. Aber schön war es trotzdem … 🙂

Eine weitere Herausforderung sind Eigennamen und je nach Thema das oft sehr spezifische Fachvokabular. Mr. Google ist mir dabei mein treuester Helfer, egal, um welches Thema es geht.

Nur beim Bereich Medizin habe ich mittlerweile kapituliert, nachdem mich einige Kunden aus dem medizinischen Bereich zur Verzweiflung brachten, mit unendlichen Aneinanderreihungen von lateinischen Fachausdrücken und Medikamentennamen – und das natürlich zum regulären Preis ohne Aufschlag. Aber das war eigentlich mein eigener Fehler. Wer also einen medizinischen Schreibservice sucht, der ist bei mir garantiert an der falschen Stelle. Und einen Aufschlag für eine potenziell fehlerbehaftete Transkription zu verlangen, bei welcher der Kunde noch sehr viel nachbessern muss, das bringe ich beim besten Willen nicht übers Herz.

Dies wieder mal aus dem Nähkästchen der Tippmamsell.

Maria Haslinger

Immer Spitzenqualität?

Manchmal frage ich mich, ob es da draußen jemanden gibt, der es schafft, immer komplett fehlerfrei zu arbeiten. Falls dies für Sie zutrifft, beglückwünsche ich Sie von ganzem Herzen und würde mich über Ihren Kommentar freuen.

Für mich persönlich kann ich leider nicht behaupten, dass ich perfekt bin!

Hier ein Beispiel aus meiner täglichen Tätigkeit: Beim Transkribieren tippe ich die auf den Audiodateien befindlichen Gespräche, Reden etc. nicht einfach nur ab und schicke danach sofort die Word-Datei dem Kunden, sondern dann geht das Korrigieren erst noch los. Normalerweise brauche ich für die Korrekturarbeiten nochmals genauso viel Zeit wie für das Abtippen selbst.

Die Arbeit mit dem Dudenkorrektor ist ja noch locker zu bewältigen. Das macht man sozusagen einhändig so nebenbei. Aber dann kommt die leidige Sache mit dem Korrekturlesen, mit dem Wort-für-Wort-Abgleich zwischen Tonaufnahme und getipptem Text. Obwohl ich nach bestem Wissen und Gewissen jede Audiotranskription zwei Mal (ich frage mich oft, ob es da draußen noch jemanden gibt, der den gleichen Aufwand betreibt) mit den Gesprächen auf der Tonaufnahme abgleiche – wirklich Wort für Wort, jede Äußerung, jedes Päuschen vergleiche, nochmals und nochmals (ich schreib das extra so, weil es manchmal wirklich schmerzhaft wird) in knifflige Stellen reinhöre, kann es doch passieren, dass ich auch mal etwas falsch verstanden habe und dies im schlechtesten Fall nicht bemerke.

Im Laufe der Jahre habe ich mir natürlich ein System angeeignet. Ich lasse gerne die eigentlich fertige Transkription über Nacht liegen, um nochmals mit frischem Geist sozusagen die schwierigen Stellen anzuhören. Und nicht selten passiert es mir dann, dass ich noch einige Lücken im Text füllen kann und nochmals Fehler entdecke! Ja, nochmals Fehler! Und das, obwohl ich schon zwei Mal alles genau abgeglichen und die schwierigen Stellen unzählige Male angehört habe! Das ist schon ein Schlag für das eigene Ego. 😉

Das waren meine Gedanken zum Tag.

Ihre Tippmamsell Maria Haslinger