Telefonitis

Wer auf meiner Internetseite nach einer Telefonnummer sucht, wird zwar irgendwann fündig, aber auf den ersten Blick wird sie sich doch kaum jemandem erschließen. Das ist kein Zufall. Hier (m)eine kleine Geschichte dazu:

Besonders in der Anfangszeit meines „Transkripteusinnenlebens“, als ich noch mit Existenzängsten zu kämpfen hatte, war es gar nicht so selten, dass ich Anrufe bekam, ob ich an einem Großauftrag“ von 300 Euro interessiert sei. 300 Euro? Großauftrag? Das lasse ich hier einfach mal unkommentiert. Ich freue mich natürlich auch über 100-Euro-Aufträge, würde sie aber nicht als Großaufträge bezeichnen.

Dann gab es auch einige Anrufer, welche in der Anonymität eines Telefonats vorgaben, zukünftig gerne mit mir zusammenarbeiten zu wollen und ob ich Interesse hätte. Nicht einer dieser angeblichen Existenzgründer (vorwiegend weiblichen Geschlechts) haben sich jemals wieder bei mir gemeldet. Ob es an mir lag oder an deren Geschäftslage oder wer wohl hinter diesen Anrufen steckte? Ich werde es nie erfahren.

Besonders in den ersten zwei Jahren hatte ich mehrere Anrufe von Damen, welche unbedingt selbst einen Online-Schreibservice eröffnen wollten, aber nicht so recht wussten, wie sie es anpacken sollten und bei mir Ratschläge suchten. Ich habe dann teilweise stundenlang mit diesen Leuten geredet, Ratschläge gegeben und mir dabei selbst schon an den Kopf gefasst, was ich da eigentlich mache. Wie auch immerauch von diesen Leuten habe ich nie wieder was gehört.

Ein Anrufer fragte mich sogar, ob ich einen Fotoapparat hätte, weil er mich gerne beauftragen würde, von einem Lokal in München (damals lebte und arbeitete ich noch dort) Fotos zu machen. Das hat mich dann schon sehr gewundert, warum der ausgerechnet einen Schreibservice dazu anruft.

Nur sehr selten führten Anrufe tatsächlich zu Aufträgen. Oft ging es nur darum, noch schnell einen brandeiligen Eilauftrag platzieren zu wollen oder um den Versuch, mich zu einem 24-Stunden-Service zu überreden. Letztendlich haben mich diese Telefonate nur von meinen tatsächlichen Aufträgen herausgerissen, haben meine Zeit vergeudet und mich manchmal auch ziemlich aufgewühlt und ratlos hinterlassen.

Grundsätzlich führen Telefonate leider viel eher zu Missverständnissen, als schriftliche Kommunikation, denn ein Wort ist ein Wind, und ein Wind ist ein Nichts.

Deshalb bitte ich um Ihr Verständnis, dass Sie mich nicht jederzeit telefonisch erreichen können. Es ist wirklich nicht böse gemeint, sondern einfach für beide Seiten nicht wirklich sinnvoll. Immerhin dauert im 21. Jahrhundert der Schriftverkehr gerade mal wenige Sekunden und nicht mehr Tage oder gar Wochen, wie in früheren Zeiten.

Ich freue mich aber über jedes höfliche E-Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse, in welchem Sie mir Ihr Anliegen schildern. Ich verspreche Ihnen, dass Sie nicht lange auf meine Antwort warten müssen.

Ihre Tippmamsell Maria Haslinger

Mal innehalten …

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Diverse Aufträge und auch das Weltgeschehen haben mich die letzten Wochen so stark beschäftigt, dass ich mich heute nur auf dieses Bild beschränke. Es ist heute auf einem zugefrorenen See ganz in meiner Nähe entstanden.

Ihre Maria Haslinger

Zufriedene Kunden …

… machen mich glücklich.

Vielleicht finden das jetzt manche irgendwie abgedroschen oder so, aber ganz ehrlich – so ist es bei mir.

So froh ich auch bin, wenn meine Kunden pünktlich bezahlen – na ja, auch ich muss von was leben – muss ich doch gestehen, dass ich mich über ein positives Feedback fast noch mehr freue.

An dieser Stelle wird mir jetzt ganz warm ums Herz, wenn ich an meine Kunden denke … 🙂

Die Tippmamsell Maria Haslinger wünscht Ihnen eine besinnliche Adventszeit.

 

Die Crux mit GAT

Besonders von Studenten habe ich immer wieder Anfragen für sehr aufwendige Transkriptionen, wie zum Beispiel GAT (Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem), bei der es sowohl um den Inhalt, aber vor allem auch auf die Art und Weise, wie gesprochen wird, ankommt.

Innerhalb der Kategorie GAT-Transkription wird (leider) sogar nochmals unterschieden zwischen

Basistranskript
Feintranskript
Minimaltranskript

Hier werden die Besonderheiten einer GAT-Transkription sehr gut beschrieben: Wikipedia. Die Anfertigung einer qualitativ zufriedenstellenden GAT-Transkription empfinde ich als sehr schwierig, und ich frage mich, ob es grundsätzlich überhaupt sinnvoll ist, einem Außenstehenden eine solche Arbeit zu übertragen.

Transkribieren hat sehr viel mit Wahrnehmung zu tun. Da die menschliche Wahrnehmung aber naturgemäß eine sehr subjektive, individuelle Angelegenheit ist, kann es meiner Meinung nach keine objektiv perfekte, so stark ins Detail gehende, Transkription geben.

Wenn ich zum Beispiel eine solche Transkription zum dritten Mal durchlese und mit der Gesprächsaufzeichnung vergleiche, nehme ich häufig die einzelnen Gesprächsnuancen anders wahr, als beim ersten oder zweiten Anhören der Tonaufzeichnung. Dann hört sich die Tonhöhe, die Lautstärke des Sprechers oder auch nur die eine oder andere kleine Verzögerung oder Pause für mich anders an, als beim ersten oder zweiten Korrekturdurchgang. Leider neige ich dann dazu, immer wieder Änderungen vorzunehmen, in dem Bestreben, jedes kleinste Detail richtig zu verschriftlichen. Meine Zweifel werden mit jedem Durchlesen größer, und jeder Korrekturdurchgang endet bei mir in einem anderen Transkriptionsergebnis, was für mich ziemlich frustrierend sein kann.

Ich werde dann das Gefühl nicht los, eine schlechte Transkription zu abzuliefern und mein Auftraggeber bei der Überprüfung des Transkripts viele Dinge anders hört, anders wahrnimmt und damit anders transkribiert.

Dies meine Gedanken zum für mich sehr unbefriedigenden Thema GAT. Aber wie schon im ersten Satz erwähnt, gibt es da draußen jede Menge von GAT-Experten. Was für ein Trost …  😉

Ihre Maria Haslinger

Anonyme Anfragen

Es befremdet mich immer wieder, wie oft ich bisher anonyme Anfragen erhalten habe – Mailadressen, wie beispielsweise „bienchen@gmail.com“ oder „kartoeffelchen@yahoo.com“. Üblicherweise enthalten solche Anfragen auch keine Signatur, sondern bestenfalls den Namen des Absenders.

Tatsächlich hat sich im Nachhinein oft genug ein ordnungsgemäßer Auftrag herauskristallisiert mit anschließender prompter Überweisung des Rechnungsbetrages, also eine vertrauenswürdige, freundliche Person dahinter.

Trotzdem wundert mich ein solches Vorgehen doch sehr, zumal die Leute ja nichts von mir zu befürchten haben, falls sie nach einem von mir erstellten Angebot keinen Auftrag an mich vergeben. Ich persönlich fühle mich einfach etwas unwohl, mit einem Menschen zu kommunizieren, der seine Identität nicht preisgeben möchte.

Dies wieder mal ein paar Gedanken von der Tippmamsell Maria Haslinger

Im Dschungel der Transkriptionsregeln

Wenn man sich mit den sehr zahlreich vorhandenen Transkriptionsregeln auseinandersetzt, könnte einem schon angst und bange werden. Ich bin auch immer wieder erstaunt, dass es in unserer Transkriptionswelt so unglaublich viele Experten gibt.

Obwohl ich seit etwa sieben Jahren vom Transkribieren lebe und somit schon viel Erfahrung gesammelt habe, würde ich mich nie als „Expertin“ bezeichnen. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen an die jeweilige Transkription, zu unterschiedlich die Wünsche der Auftraggeber.

Besonders von Studenten habe ich immer wieder Anfragen für eine sehr aufwendige GAT-Transkription (Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem), bei der es weniger um den Inhalt, als um die Art und Weise geht, wie gesprochen wird, also um kleine Pausen, Verzögerungen, Lautstärke, Stimmhöhe, etc.

 

Im Gegensatz dazu wird ein Journalist mehr Augenmerk auf den Inhalt als auf die Form des von ihm geführten Gespräches legen. Schon wegen der besseren Lesbarkeit werde ich also bei einer journalistischen Transkription nicht jede einzelne Verlegenheitsäußerung (mhm, äh, … ) oder jeden kleinsten Versprecher transkribieren. „Mhm“ kann allerdings auch eine zustimmende Bedeutung haben, weshalb ich es dann berücksichtigen würde. Dies nur als Beispiel, um das Thema „Transkription“ für einen Außenstehenden leichter begreifbar zu machen.

Transkription-gezeichnet

Um nun die Frage zu beantworten, welche Transkriptionsregeln angewendet werden sollten, kommt es also immer darauf an, welchen Zweck die Transkription erfüllen muss. Was soll mit der fertigen Transkription gemacht werden? Nicht immer ist eine besonders detaillierte Transkription auch besonders zielführend.

Je genauer die Vorgaben meines Auftraggebers hinsichtlich Transkriptionsregeln sind, desto besser kann ich meinem Kunden helfen, spätere Nacharbeit zu ersparen.

Dies wieder mal aus dem Nähkästchen Ihrer Tippmamsell Maria Haslinger